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Das Komitee

Hier finden Sie Erfahrungsberichte von einigen unseren Austauschschülern.

Ein Jahr in Guatemala!

Im Alter von 15 Jahren trat ich im Sommer 2007 meine Reise nach Guatemala an. Nachdem ich im Vorfeld viel Überzeugungsarbeit leisten musste, hatten sich meine Eltern dazu bereiterklärt mich in dieses Land fliegen zu lassen. Horrorszenarien von Guerilla-Kriegen und Drogenkonflikten hatten ihr damaliges Bild dieses Landes sehr geprägt. Für mich stand jedoch fest: Das muss es sein! Bei meiner Ankunft in Guatemala wurden wir (26) Austauschschüler aus aller Welt zunächst in ein nahegelegenes Camp gefahren, in dem wir von AFS-Betreuern Neues über die guatemaltekische Kultur lernten. Der erste Kulturschock erwartete uns bereits beim nächsten Frühstück. Statt gewohnten Brötchen und Aufschnitt erwarteten uns Bohnen und gekochte Bananen. Ich muss zugeben, dass mich diese Kombination nicht auf Anhieb überzeugte. Am dritten Tag wurde wir dann in Bussen in unsere neuen Heimatstädte gefahren. Meine Freundin Linda und ich, deren Gasteltern mit den meinen verwandt waren, landeten prompt auf einer großen Familienfeier, auf der wir von 30 fremden Latinos herzlich willkommen geheißen wurden. Am nächsten Tag ging es für uns direkt mit dem Ernst des Lebens los. Der erste Schultag stand an. Die Privatschule, auf die wir gingen war katholisch und wurde von einem Mönchsorden geleitet. Regelmäßige Gebete, Andachten, sowie ein Schuluniform gehörten auf einmal zu unserem Alltag. Ein weiterer Kulturschock. Nach einer Weile hatten wir uns allerdings an diese neuen Umstände gewöhnt und nahmen sie als selbstverständlich hin. So verbrachten wir nun jeden Vormittag in dem auf 40°C aufgeheizten Klassenraum, schwitzten in unseren Polyesterröcken und versuchten dem Unterricht zu folgen. Nach dem Unterricht ging es zunächst nach Hause um Mittag zu essen und zu duschen (das zweite Mal). An den Nachmittag trafen wir uns mit Freunden um bspw. Sport oder unsere Hausaufgaben zu machen. Nach einem halben Jahr trennten meine Gastfamilie und ich uns im beiderseitigen Einverständnis aufgrund unüberbrückbarer Differenzen ( so würde man das zumindest politisch korrekt bezeichnen). Meine zweite Gastfamilie ist die, die ich auch heute noch als meine Familie bezeichne. Ich wurde sehr herzlich aufgenommen. Trotz strikter Regeln hatte ich viele Freiheiten und entwickelte eine sehr enge Bindung zu meinen Eltern und meinen Geschwistern. Ich wurde das erste Mal seitdem ich in Guatemala gelandet war, wie ein Familienmitglied und nicht wie ein Gast behandelt. Ich hatte die gleichen Rechte und Pflichten wie meine gleichaltrige Schwester. Dies galt auch in schulischer Hinsicht. Meine Eltern haben mich gefordert und gefördert, und mir somit ermöglicht mich vollständig in die Kultur zu integrieren. Zu diesem Zeitpunkt beherrschte ich die spanische Sprache bereits fließend, sodass ich in allen Punkten als gleichwertig betrachtet werden konnte. Neben der Schule engagierte ich mich ehrenamtlich als Rettungsassistentin beim Guatemaltekischen Roten Kreuz. Dies ermöglichte mir eine andere, nicht so schöne Seite dieses Landes kennenzulernen. Durch meine Tätigkeit erfuhr ich was es bedeutet in einem Land zu leben, in dem die medizinische Versorgung nicht selbstverständlich ist, und in dem Armut mehr bedeutet als das Warten auf den nächsten Hartz-4-Zuschuss. Obwohl ich Situationen erlebt habe, die ich als schockierend empfand, werte ich diese Erfahrung als etwas Positives und habe das Gefühl viel dazugelernt zu haben. Nun zu den schöneren Dingen im Leben: Freunde. Ein elementarer Teil meiner AFS-Erfahrung bilden die Freundschaften, die ich geschlossen habe. Sowohl unter den anderen Gastschülern, als auch unter den Einheimischen habe ich viele Freundschaften aufbauen können, die auch jetzt (7Jahre später) noch bestehen. Die gemeinsamen Erfahrungen und unvergesslichen Momente, die ich mit diesen Menschen erlebt habe werden uns ein ganzes Leben lang verbinden. Da ich mich kurzfassen möchte, neigt sich mein Bericht dem Ende zu. Doch bevor ich mich verabschiede möchte ich noch eine Frage beantworten, die mir bereits des Öfteren gestellt wurde: Was hast du daraus mitgenommen? Nun, ich persönlich würde sagen, dass ich durch die sowohl positiven, als auch negativen Erfahrungen, die ich gemacht habe, eine andere Person geworden bin, als die die am 19.7.2007 in ein Flugzeug stieg, um die weite Welt zu entdecken. Ich habe viele neue Seiten an mir entdeckt, von denen mir natürlich auch einige missfallen haben. Doch im Großen und Ganzen würde ich behaupten durch meinen Aufenthalt in Guatemala reifer geworden zu sein und die Welt mit anderen (kritischeren?realistischeren?) Augen sehen zu können. Auch wenn es mittlerweile sechs Jahre her ist, dass ich wieder in Deutschland lebe, hat mich die guatemaltekische Kultur nie ganz verlassen. Meine Vorliebe für Bohnen zum Frühstück, Latino-Musik und die spanische Sprache werde ich wohl immer behalten.:) Meine Arbeit als Ehrenamtliche bei AFS ermöglicht mir in Kontakt mit der Sprache zu bleiben und die Gastschüler, die sich in schwierigen Situationen befinden zu unterstützen. Abschließend möchte ich mich bei meinen beiden Familien bedanken, die mir auf ihre eigenen Weisen ermöglicht haben, das unglaublichste Jahr meines Lebens zu leben. Ich habe jetzt zwei Familien, zwei Freundeskreise, zwei Leben und das ist wunderbar. Zuletzt noch ein Zitat, das mir in meiner AFS-Arbeit regelmäßig begegnet, und wie kein Anderes beschreibt, was es bedeutet, zu wissen, dass am anderen Ende der Welt ein Leben wartet: „Wenn Du bei Nacht den Himmel anschaust, wird es Dir sein, als lachten alle Sterne, weil ich auf einem von ihnen wohne, weil ich auf einem von ihnen lache. Du allein wirst Sterne haben, die lachen können! Und wenn Du Dich getröstet hast, wirst du froh sein, mich gekannt zu haben. Du wirst immer mein Freund sein! Du wirst Lust haben mit mir zu lachen und Du wirst manchmal Dein Fenster öffnen... gerade so, zum Vergnügen... Und deine Freunde werden sehr erstaunt sein, wenn sie sehen, dass du den Himmel anblickst und lachst. Dann wirst du ihnen sagen: 'Ja, die Sterne, die bringen mich immer zum Lachen!' Und sie werden dich für verrückt halten. Ich werde dir einen hübschen Streich gespielt haben... “ - Antoine de Saint-Exupéry

Der Kleine Prinz Marion Meyer (22) Hamburg, 24.06.2014

Ankunft in Hamburg!

AFS-Gastschüler in Hamburg angekommen Jubelstimmung am Hamburger Hauptbahnhof. AFS Hamburg konnte am Samstag viele junge Leute aus aller Welt begrüßen. Noch bevor der Zug aus Richtung Frankfurt/Main eintraf, herrschte bei den abholenden Gastfamilien eine aufgeregte Vorfreude. Unter viel Beifall und Gejohle fuhr der Zug auf dem Gleis ein. Als die Schüler ausstiegen herrschte Partystimmung. Einigen Schülern war die anstrengende Anreise anzumerken. Dies geriet jedoch bei der herzlichen Begrüßung schnell in Vergessenheit. Nach dem Gruppenfoto fuhren die Familien nach Hause. Ab Montag werden die neuen Gastschüler die zehnten bzw. elften Klassen verschiedener Schulen in Hamburg besuchen. Für Schüler ohne deutsche Sprachkenntnisse bietet AFS einen Sprachkurs an. Wir wünschen allen Gastfamilien mit ihren Kindern auf Zeit eine schöne Zeit.

(Anita) 2014-01

Mein Name ist Tim, ich bin 17 Jahre alt und ich war 2012/2013 ein Jahr in Argentinien. Ich habe dort in San Juan, Capital bei meiner Familie gelebt. San Juan liegt im Westen vonhttp://cms.afser.de/typo3/clear.gif Argentinien, kurz vor den Anden. Genauer gesagt, im Norden von Mendoza und im Westen von Córdoba, genau dort wo sich die beiden Linien treffen. Des weiteren liegt San Juan in einer Oase inmitten einer wüstenähnlichen Gegend. Drumherum ist nichts, außer Sand und wenn, dann nur kleine Büsche. Das war sehr ungewohnt, anders als mein Küstennahes Heim in Deutschland. Meine Familie bestand aus meiner Mutter Rossana (49) und meinen beiden Geschwistern Oki (16) und Caro (13). Ich ging dort in die Escuela Industrial Domingo Faustino Sarmiento (Industrial Schule), kurz EIDFS. Dort ging ich zuerst in 6° Química, dann in 7° Química. 6° und 7° bedeutet hierbei die Klassenstufe, wobei 7° für die Abschlussklasse steht. Química steht für die Chemieklasse, denn auf der industriellen Schule gibt es Fachrichtung, ähnlich wie die Profile hier bei uns in der Oberstufe. Es gab Química (Chemie), Construcciónes (Konstruktionen), Electromecánica (Elektromechanik), indutria de automotores (Automobilindustrie), Minas (Bergbau) und Vial (Straßenbau). Schnell lernte ich neue Leute kennen und es entstanden neue Freundschaften. Auch gewöhnt ich mich schnell an die argentinischen Gewohnheiten. Das wäre zum einen das klischeehafte Zuspätkommen. Meine Pünktlichkeit ließ nach, denn die Argentinier kamen sowieso min 30 Minuten zu spät. Warum sollte ich also pünktlich sein, um dann eh warten zu müssen? Ein weiteres Klischee besagt, dass es in Argentinien das beste Rindfleisch gibt. Das kann ich nur bestätigen. An traumhafte Asados (Barbecue) mit extrem leckerem Fleisch kann ich mich erinnern. Ein Genuss! Auch bekannt ist der argentinische Mate (-Tee). Dieser besteht aus Blättern der „Yerba-Pflanze“ und wird mit heißem Wasser aufgegossen. Das Wasser ist wirklich „heiß“, nicht nur einmal habe ich mich beim trinken über die doch sehr sehr warme Temperatur erschrocken. Dieser Tee wird nun aus einem Metall-Strohhalm getrunken, der unten ein Sieb enthält. Ein äußerst leckerer Tee! Wenn ihr/Sie fragen haben sollten, meldet euch/melden Sie sich doch bitte bei mir: timausbuchholz@live.de  LG Tim 

2014-01

Mein Name ist Jiratchaya Kawirote – aber alle nennen mich „Puyfai“. Puyfai heißt Baumwollblüte auf Thailändisch. Ich komme aus Samutsongkhram, das ist 60 km von Bangkok. Ich bin schon 6 Monate in Deutschland. Ich wollte gern nach Deutschland kommen, weil ich Deutschland Fußball mag. Jetzt habe ich aber auch schon viele andere neue Sachen kennen gelernt: leckere Erdbeeren und Weintrauben, alleine mit dem Bus und mit dem Zug fahren, viel weniger Schule, Camping machen und Fahrrad fahren, den ersten Schnee, singen im Chor, treffen im Teenkreis, Schulpraktikum in der Grundschule, Kinderschminken im Kindergarten, Ostereier suchen..... und jetzt freue ich mich schon auf Weihnachten! In Deutschland lächeln die Leute nicht so viel wie in Thailand. Aber das ist ganz normal, weil hier ist immer so kalt. Jetzt weiß ich aber, das nicht-lächeln nicht bedeutet, dass jemand dich nicht mag! Ich bin schon ein bisschen traurig, weil ich nur noch 4 Monate in Deutschland bin. Ich hoffe, dass ich später immer wieder nach Deutschland kann.